Eigentlich halte ich solche Sprüche wie “Bloggen ist so 2004″ für ziemliches Gewäsch. Vielmehr ist Bloggen ein Aspekt des für manche ausgelatschten, für andere noch gar nicht wahrgenommenen Web 2.0. Verändert hat es eine Menge, folgt man Tobias Moorstedt in “Jeffersons Erben. Wie die digitalen Medien die Politik verändern.” Er stellt unter anderem die These auf, dass Obama ohne das Internet nie so weit gekommen wäre; außerdem empfiehlt er das Buch zu lesen und gleichzeitig die erwähnten Seiten, Blogs und YouTube-Videos aufzurufen. Ich habe jedenfalls noch nie so viel Zeit online für einen Wahlkampf verschwendet wie diesen Herbst. Natürlich nicht auf der Aktivistenseite, aber es ist schon sehr auffällig, wie lange es dauert, bis bestimmte Nachrichten in die Printmedien gelangen, ob und was überhaupt. Ich erinnere mich an das erste Wochenende, als Sarah P. die politische Landschaft unsicher machte und ich fasziniert verfolgte, wie immer neue Gerüchte durch das Internet waberten um schließlich etablierte Neuigkeitskanäle zu erreichen. Kandidaten werden binnen weniger Stunden zu Hoffnungsträgern gemacht und auch wieder zerstört dank Blogs, YouTube und co. Nichts bleibt unbemerkt, nichts wird vergessen.
